PROBENFOTOS
THEATERTANZMUSIKKUNST
Mit Texten von Goethe, Schiller, Claudius,
Platon, Ovid, Jandl, Schwitters, der IHK Oldenburg u.a.
Ein für die Region einmaliges Projekt begibt sich auf die Spuren jener Zeit, die in der Kunst noch wahre Menschlichkeit suchte, das Schöne, Gute und Wahre. Die Klassik sah in den harmonischen Formen der Kunstwerke das Ideal veranschaulicht, das für alle Menschen einen „Vorschein“ der idealen Gesellschaft zeigte.
Wenn sich im Oktober 2011 Schauspieler, Sänger, Musiker, Tänzer und bildende Künstler in der HebelHalle Heidelberg unter dieser zentralen Idee treffen, bringen sie Texte, Bilder und Kompositionen vorrangig der Antike und Klassik zur Aufführung. Sie verweisen auf die Aktualität und Lebendigkeit der klassischen Texte, die sich gerade im Spiegel aktueller Ereignisse zeigen.
Der Abend beginnt thematisch mit der wechselseitigen Einwirkung von Orient und Okzident, ganz im Sinne von Goethes West-Östlichem Diwan. Tanzende Derwische kreisen zu altorientalischer Musik. Wenn diese sich fast beiläufig in Gregorianischen Gesang wandelt, wird die Brücke zwischen christlicher und islamischer Mystik spürbar. Ali Ungan, Martin Bärenz und Jutta Glaser schaffen den musikalischen Parforceritt über Zeiten und Kontinente.
Oliver Groszer, ein international bekannter Jongleur, lässt nicht nur Bälle und Keulen wirbeln, sondern jongliert parallel dazu auch mit Platons Gedanken über das Schöne (Phaidros). Leichtigkeit und gedankliche Tiefe finden zu einer Harmonie. Die allerdings gestört ist, wenn der „pädagogische Eros“ als Begründung für sexuelle Übergriffe dient, wie z.B. an der Odenwaldschule geschehen.
In einem vor den Augen der Zuschauer entstehenden Kunstraum, der sich füllt mit Projektionen bildender Künstler in Extremsituationen, trägt die bekannte Rezitatorin Verena Buss lebenspralle Szenen aus Ovids Metamorphosen vor…
Soviel sei bisher verraten. Die geschilderten Szenen sollen einen Eindruck vermitteln über Inhalt und Charakter der Texte, über Ästhetik und Atmosphäre der Darstellung. Der etwa zweistündige Abend gewinnt seine Gestalt aus unterschiedlichen Bildern und Ereignissen, deren zentrale Fragestellungen heißen:
Können wir dieser klassischen Denkweise heute noch folgen? Trauen wir der aktuellen Kunst diesen zentralen Stellenwert (noch) zu? Was ist für uns Heutige wirklich und wahrhaftig, angesichts der medialen Aufrüstung, die zwischen Realität und Fiktion keine Grenze mehr kennt? Was ist über Zeiten und Grenzen das Verbindende im Kunstprozess?
Würden Schiller und Goethe die Ästhetisierung des Alltags dem Schönen zuordnen oder nicht eher dem schönen Schein, der die Oberfläche poliert statt zum Wesen der Dinge vorzudringen? Nicht zuletzt: Hat das Gute noch eine Chance, wenn selbst größte globale Katastrophen derart „designed“ werden, dass ihr Schrecken und ihre Grausamkeit aus dem Blick geraten?
Konzeption und Produktion: Hubert Habig
Musikalische Leitung: Jutta Glaser
Raum: Motz Tietze
Choreographie: Mario Heinemann
Dramaturgie: Christiane Adam
Produktionsassistenz: Erika Ebel
Marketing und Grafik: Gerhard Fontagnier
Mitwirkende: Martin Bärenz, Felix Berchtold, Verena Buss, Cris Gavazzoni, Jutta Glaser, Miriam Grimm, Oliver Groszer, Erim Güney, Florian Kaiser, Ali Ungan, Svetlana Wall
Aufführung:
Vorstellungen am 27./28./29.OKTOBER 2011 jeweils um 20:00 Uhr
„WAS MACHT DIE KUNST?“
Podiumsgespräch am 30.10. 2011 um 20 Uhr
in Zusammenarbeit mit der Goethe-Gesellschaft Heidelberg
(mit ausgewählten Programmpunkten der Aufführung)
Am So, 30. 10. 2011 findet um 20 Uhr zu der Thematik ein Podiumsgespräch mit dem Germanisten und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Jochen Hörisch, dem Psychotherapeuten Prof. Dr. Rainer Holm-Hadulla, der Schauspielerin und Dozentin Verena Buss, dem Chefdramaturgen des Mannheimer Nationaltheaters Ingoh Brux, dem Leiter des DAI Jakob Köllhofer, dem Regisseur Hubert Habig und dem freien Journalisten Arndt Krödel statt.
Karten für die Aufführung:
15,–/10,– Euro (erm.), Gruppen: 8,– / Podiumsgespräch: 7,–/5,– Euro
Karten: www.wahrundschönistgut.de
oder Tel. 0621-7617306
HebelHalle (Unterwegstheater Heidelberg)→Hebelstraße 9→Straßenbahnlinie 26, Buslinie 33→Haltestelle Rudolf-Diesel-Straße, Parkplätze sind reichlich vorhanden
Im Rahmen des Theaterstückes “wahr+schön=gut” bietet Wein & Wohl literarische Weinproben im nostalgischen Gastronomiebus an. Florain Kaiser von der Kleinen Komödie Weinheim liest ausgewählte Gedichte, wir präsentieren dazu leckere Weine. Eintritt und Teilnahme kostenlos. Veranstaltungsort: Vor der HebelHalle.













































